29. August 2017
Einige Frauen haben ein besonders hohes Risiko für Brust- und/oder Eierstockkrebs, denn sie tragen eine Mutation im BRCA1- oder BRCA2-Gen in sich.
 08. August 2017
Die Rehabilitation soll Patientinnen bei der Rückkehr in den Alltag und ggf. das Berufsleben unterstützen.
 01. August 2017
Bewegung ist die beste Möglichkeit, einem Lymphödem entgegenzuwirken. Vor allem Entstauungsgymnastik eignet sich für Patientinnen.
 18. Juli 2017
Silke P. erhielt 2012 die Diagnose Brustkrebs. Nach Abschluss der Therapie entschied sie sich für ein Tattoo auf ihrer Brust.
Stethoskop
Therapie von Brustkrebs
Nach der Diagnose Brustkrebs wird der Tumor meist operativ entfernt. Strahlen-, Chemo- und Hormontherapie können folgen oder vorangehen.
Brustkrebs

Therapie von Brustkrebs

Ist nach der Diagnose klar, dass es sich um Brustkrebs handelt, wird dieser meist operativ entfernt. Strahlen- oder Chemotherapie können vorher oder nachher eingesetzt werden. Eine Hormontherapien kann im Anschluss infrage kommen, wenn der Brustkrebs hormonabhängig ist.

Operation

Bei der Operation von Brustkrebs wird heute darauf geachtet, im Rahmen der Möglichkeiten schonend und brusterhaltend vorzugehen. Die Operation ist häufig die erste Maßnahme nach der Diagnose. Eine vorhergehende Chemo-, Antihormon- oder Antikörpertherapie wird manchmal durchgeführt, wenn der Tumor zu groß ist und er durch diese Therapien verkleinert werden kann.

Bei der Operation wird zur Sicherheit mehr Gewebe entfernt als nur das befallene, um sicherzugehen, dass der gesamte Tumor aus der Brust entfernt wurde. Sind die Schnittränder des gesunden Gewebes ohne Tumorzellen, ist es sehr wahrscheinlich, dass der Tumor komplett entfernt werden konnte.

Nur bei wenigen Patienten muss eine Mastektomie, also die vollständige Entfernung der Brust, vorgenommen werden. Notwendig wird das aber,

  • wenn es sich um einen zu großen Tumor handelt
  • die äußere Haut betroffen ist
  • weitere Tumore in der ganzen Brust vorhanden sind
  • Reste eines Tumors von einer vorangegangenen OP übrig sind
  • die Patientin es wünscht oder
  • wenn eine anschließende Strahlentherapie nicht durchführbar oder unerwünscht ist.

Die Patientin sollte sich bereits vor der Operation mit den Möglichkeiten der Brustrekonstruktion auseinandersetzen, da es schon während der Operation möglich ist, erste Vorbereitungen für weitere Schritte zum Brustaufbau zu treffen. Dies gilt sowohl bei Mastektomien als auch bei brusterhaltenden Eingriffen.

Strahlentherapie bei Brustkrebs

Die Strahlentherapie wird mit hoch dosierten ionisierenden Strahlen durchgeführt. Dadurch wird das Erbmaterial der Zelle geschädigt. Da sich Krebszellen von dieser Bestrahlung nicht so gut erholen wie gesunde Zellen, bleiben die Schäden erhalten und die Krebszellen sterben ab. Die gesunden Zellen können sich dagegen größtenteils wieder regenerieren. So kann nach einer Operation dafür gesorgt werden, dass auch noch verbliebene Krebszellen zerstört werden.

Wurde eine Mastektomie durchgeführt, wird meist nur bestrahlt, wenn der Tumor dennoch nicht vollständig entfernt werden konnte oder mehr als drei Lymphknoten von Krebs befallen sind. Als alleiniges Mittel wird die Strahlentherapie nur in Ausnahmefällen eingesetzt, wenn der Tumor nicht operiert werden kann, eine schwere Begleiterkrankung vorliegt oder die Patientin nicht operiert werden möchte.

Eine Bestrahlung sollte möglichst zügig nach der Operation durchgeführt werden, wenn die Operationswunde verheilt ist. Ist auch eine Chemotherapie nötig, wird diese nicht gleichzeitig, sondern zeitlich versetzt durchgeführt, wohingegen Antihormon- und Antikörpertherapien gleichzeitig mit der Strahlentherapie stattfinden können. Ungefähr sechs Wochen dauert die Strahlentherapie. Dafür kommt die Patientin an mehreren Tagen in der Woche zur Bestrahlung in die Praxis oder Klinik, um sich jedes Mal einer kurzen Bestrahlung auszusetzen.

Da die Bestrahlung für die Haut sehr belastend ist, kann es zu Nebenwirkungen wie schmerzhaften Rötungen, Juckreiz, Hautausschlag, Blasenbildung und Haarausfall kommen. Die Patientin kann mit nicht zu enger Kleidung, der Vermeidung von starker Wärme und rückfettender Creme die Nebenwirkungen bekämpfen.

Chemotherapie

Sowohl im Frühstadium als auch bei fortgeschrittenen Tumoren wird die Chemotherapie eingesetzt. Die Wirkstoffe der Chemotherapie wirken sich besonders auf sich schnell vermehrende Zellen aus. Da sich Krebszellen meist sehr schnell teilen, wirkt die Chemotherapie bei ihnen besonders gut. Auf gesunde Zellen hat die Chemotherapie aber ebenfalls eine Wirkung, da auch die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes oder die Haarwurzeln aus schnell vermehrenden Zellen bestehen, sind diese ebenfalls häufig stark betroffen. Daher kann es zu Nebenwirkungen wie Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall kommen.

Ebenso wie bei der Strahlentherapie können mit der Chemotherapie Metastasen bekämpft werden. Kleinste Tumorabsiedlungen werden so zerstört. Daher ist eine Chemotherapie bei Brustkrebs fast immer nötig bei Patientinnen, deren Brustkrebs in einem späten Stadium entdeckt wurde oder die ein hohes Rückfallrisiko haben. Ist der Tumor sehr groß, kann eine Chemotherapie vor der Operation dabei helfen, den Tumor zu verkleinern und der Patientin so vielleicht eine Mastektomie ersparen.

Eine Chemotherapie wird meistens in mehreren Zyklen als Infusion eingesetzt, da sich die Wirkstoffe so über das Blut effektiv im gesamten Körper verteilen können. Nach einem Behandlungszyklus wird eine Pause von mehreren Tagen oder auch Wochen eingelegt, damit sich die gesunden Zellen wieder erholen können. Die Anwendung der Chemotherapie in mehreren Zyklen macht es möglich, Tumorzellen in verschiedenen Entwicklungsstadien zu schädigen.

Die Nebenwirkungen der Chemotherapie sind vielfältig:

  • Müdigkeit
  • Erschöpfung
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Schluckbeschwerden
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Entzündungen an der Mundschleimhaut
  • Haarausfall
  • Hautausschlag
  • Störungen an Finger- und Zehennägeln
  • Blutarmut
  • Anfälligkeit für Infekte
  • Gefühlsstörungen an Händen und Füßen
  • Konzentrationsschwäche und Beeinträchtigung der Merkfähigkeit
  • Herzmuskelschwäche
  • Schädigung der Eierstöcke
  • Anfälligkeit für spätere Tumore des blutbildenden Systems

Heutzutage gibt es Medikamente, um einige der Nebenwirkungen in den Griff zu bekommen oder auch zu verhindern. Der behandelnde Arzt kann hier Auskunft geben und sollte auch bei Hausmitteln, etwa gegen Übelkeit, herangezogen werden, um die Wirksamkeit der Therapie nicht zu gefährden.

Hormontherapie bei Brustkrebs

Weibliche Geschlechtshormone, insbesondere Östrogen, sind für zwei Drittel der Brustkrebsfälle verantwortlich. Die Antihormontherapie kann das Wachstum von Tumoren verlangsamen oder auch stoppen. Die Hormontherapie wirkt im gesamten Körper und soll nach einer Operation einen Rückfall verhindern. Sie wird in der Regel über einen Zeitraum von fünf bis zehn Jahren angewendet.

Brustkrebs-Zentrum

Ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von Brustkrebs ist eine interdisziplinäre Behandlung. Dafür gibt es spezielle Brustkrebs-Zentren, in denen für jede Patientin individuell ein Therapieplan erstellt wird. Brustoperateur, Radiologe, Pathologe, Strahlentherapeut, Internistischer Onkologe, Gynäkologischer Onkologe arbeiten ebenso zusammen wie Sozialarbeitern, die die Patientinnen während und nach der Behandlung unterstützen. Alle zertifizierten Zentren unterliegen einheitlichen Qualitätsmaßstäben und werden von der Deutschen Krebsgesellschaft zertifiziert.

Miriam Schaum

 

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