Ratgeber Brustkrebs
Informationen für Betroffene und Interessierte
Was ist Brustkrebs?
Brustkrebs ist eine bösartige Tumorerkrankung der Brustdrüse. Die Erkrankung wird auch Mamma-Karzinom genannt und ist die am häufigsten vorkommende Krebserkrankung bei Frauen. In Deutschland erkranken jährlich fast 60.000 Frauen an Brustkrebs, weltweit schätzt die Weltgesundheitsorganisation WHO die Fälle der Neuerkrankungen auf eine Million. Die meisten Erkrankungen treten dabei in den Industrieländern auf. In Afrika und Asien kommt die Krankheit dagegen seltener vor. Das Verhältnis von erkrankten Frauen zu Männern beträgt 100:1. In Deutschland wird Brustkrebs bei etwa 400 Männern im Jahr diagnostiziert.
Lokale Entstehung von Brustkrebs
Das Drüsengewebe der Brust besteht aus mehreren sogenannten Drüsenlappen und Drüsenläppchen, in denen die Muttermilch gebildet wird. Diese gehen in die Milchgänge über und münden in der Brustwarze. Die bösartigen Tumoren gehen fast immer vom Drüsenanteil der Brust aus. Man unterscheidet zwischen sogenannten „lobulären“ Karzinomen, die in den Drüsenläppchen entstehen und „duktalen“ Karzinomen, die sich in den Milchgängen entwickeln. Sind die Tumoren auf ihren Entstehungsort begrenzt, spricht man von In-Situ-Karzinomen, die die Frühform repräsentieren. Haben die Tumoren die angrenzenden Gewebeschichten erreicht oder diese sogar überschritten, nennt man diese invasiv.
Ursachen für Brustkrebs
Die Entstehung eines Mammakarzinoms kann erblich bedingt sein oder aufgrund äußerer Einflüsse wie Übergewicht oder Ernährung entstehen. Warum Brustkrebs entsteht, konnte wissenschaftlich bisher nicht vollumfänglich geklärt werden. Klar ist allerdings, dass die genetische Veränderung einer einzelnen Zelle für das Wachstum des Tumors verantwortlich sein kann. Die Veränderung im Erbgut kann die natürliche Teilungshemmung einer Zelle verhindern und damit zu einer millionenfachen Vermehrung der Zelle und der damit verbundenen Bildung einer Geschwulst führen.
Vorkommen
Mit einem Anteil von knapp 30 % ist Brustkrebs die bei Frauen häufigste Krebserkrankung. In den westlichen Ländern sterben mehr Frauen an Brustkrebs als an jeder anderen Krebsart. Die Erkrankung ist die häufigste Todesursache bei Frauen zwischen 30 und 60 Jahren. Die Sterblichkeitsrate liegt – unabhängig vom Alter – bei etwa 30 %. Die Erkrankungszahlen haben sich seit den 1970er Jahren verdoppelt, die Sterblichkeit dagegen ist zurückgegangen.
Risikofaktoren
Risikofaktoren für die Entstehung von Brustkrebs sind das Vorkommen der Erkrankung bei den weiblichen Verwandten ersten Grades in der Familie sowie äußere Einflüsse. Als gesichert gilt der Einfluss des weiblichen Hormons Östrogen, dessen Spiegel unter anderem durch einen erhöhten Insulinspiegel als Folge einer ungesunden Ernährung steigen kann. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, besteht dabei vor allem für Frauen nach den Wechseljahren. Weitere Faktoren, die einen Einfluss auf die Entstehung von Brustkrebs haben können, sind beispielsweise Alkoholkonsum, Rauchen oder eine Hormon-Ersatztherapie.
Barbara Kliem